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1 Architektur
eines Electronic-Commerce-Systems im Überblick
Mit Electronic
Commerce wird die Existenz eines geographisch unabhängigen
elektronischen Marktplatzes geschaffen, auf dem es überwiegend
zum Austausch von Informationen und Aufträgen für
Waren kommt. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten in Form
von Online-Schulungen und Workshops sind bereits vorhanden.
Ausprägungen von EC sind im wesentlichen Business to
Consumer und Business to Business. Hier werden übliche
Geschäftsabläufe auf eine elektronische Ebene
verlagert. Geschäftsanbahnung bis hin zu Geschäftsabschlüssen
können elektronisch gehandhabt werden. Auch die Ankoppelung
betriebsinterner Anwendungssoftware zur Erledigung standardisierter
Vorgänge ist möglich.
Die Architektur
eines EC-Systems versteht sich als ein Querschnitt durch
die Schichten des EC eines Unternehmens. Darunter fallen
genauso EC-Anwendungen und –Werkzeuge, wie auch Telekommunikationsverbindungen
und -voraussetzungen, das Internet und Mehrwert- bzw. Online
Dienste.
EC-Anwendungen
beziehen sich auf die Ziele, die ein Unternehmen mit einem
EC-System realisieren will. Darunter fallen
Informationssysteme
Bestellsysteme
Support und Hotline
Zahlungssysteme.
EC-Werkzeuge
sind das Hilfsmittel zur Erreichung der Ziele, wie
World Wide Web (WWW)
Programmiersprachen
Sicherheitssysteme
Datentransfersysteme
Electronic-Mail (E-Mail).
EDI-Systeme
Server
Firewall
Telekommunikationsverbindungen
sind beispielsweise
X.25
analog
Integrated Services Digital Network (ISDN)
in Verbindung
mit dem Internet, daß durch die Dienstleister erreicht
wird, wie
AOL
T-Online
Compuserve.
Die Vielzahl
der Instrumente mit denen sich eine Architektur eines EC-Systems
erstellen läßt sind jeweils nur Möglichkeiten
für eine EC-Realisierung. Eine einzige grundlegende
Lösung gibt es nicht.
2 Business
to Consumer
2.1
Ziele und Realisierungsebenen
In Business to Consumer Beziehungen spielen Marketing
und Vertrieb eine wichtige Rolle. Erscheinungsformen reichen
hier von einfachen informativen Internetseiten bis hin zu
Online-Shop-Systemen und aufwendigen Shopping-Malls.
Ziele solcher Online-Shops ist es den Bekanntheitsgrad
einer Firma zu steigern und das Angebot möglichst in
der richtigen Form dem spezifischen Publikum näher
zu bringen. Um möglichst viele Kunden für sich
zu gewinnen ist es dabei von Vorteil, wenn dem Kunden über
eine gewöhnliche Einkaufsmöglichkeit hinaus Dienste
angeboten werden können. Für den Kunden soll ein
gewisser Zusatznutzen erkennbar sein, so daß das Unternehmen
für ihn attraktiver wird als andere Online-Anbieter
dieser Branche.
Mit fünf
Realisierungsebenen kann eine Staffelung vorgenommen werden,
die EC von einer simplen Internetpräsenz bis hin zu
einer aufwendigen Online-Mall reichen läßt. Mit
den damit auch komplexer werdenden Anwendungen werden auch
die weiteren Komponenten des Architektursystems umfangreicher
in Anspruch genommen. Die nachfolgende Grafik gibt einen
Überblick über die Abstufung und den Umfang der
einzelnen Realisierungsebenen.

Abb. 2.1.1: Realisierungsebenen von Electronic Commerce
2.2 Hardwarearchitektur
Abhängig vom Umfang der Produkte hat eine Firma
mehrere Möglichkeiten ihre Business to Consumer Beziehung
zu realisieren. Beispielsweise kann bei einem Provider Webspace
angemietet werden. Dies kann man abstufen in Anzahl der
Mega Bytes auf einer beim Provider vorhandenen Festplatte,
das Einsetzen einer Festplatte in den Server des Providers
oder das sogenannte Server-Homing. Bei Letzterem schließt
man einen eigenen Server an die Internetanbindung des Providers
an. Diese Varianten sind i. d. R. sehr kostengünstig
und daher eher bei kleineren Unternehmen zu finden, die
auch z. B. nur eine einfache Business to Consumer Lösung
erstellen wollen. Abbildung 2.2.1 zeigt einen solchen Grundaufbau.
Handelt es sich um größere Unternehmen, die umfangreiche
Business to Consumer Beziehungen realisieren wollen, gibt
es auch die Möglichkeit die Internetanbidung mit dem
Server und der Datenbank im Unternehmen selbst zu installieren.
Um das Unternehmen
im Internet zu finden, muß es über einen Uniform
Resource Locator (URL) verfügen. Dieser gibt i. a.
die genaue Adresse an. Dafür muß eine sogenannte
Domain im Internet gemietet bzw. registriert werden. Diese
Domain zeigt eindeutig den Namen im Internet.
Abb. 2.2.1: Hardwarearchitektur
Grundschema
Optional muß
zum Aktualisieren der Online-Shop-Datenbank auf dem Server
des Providers eine Internetverbindung zur Aktualisierung
mit der firmeneigenen Datenbank aufgebaut werden. Dies kann
abhängig von Nachfrage und Verkehr auf der Seite ein
schlichter Dial-In-Zugang darstellen oder bis hin zur Standleitung
reichen. Abhängig von der Art der Verbindungen ist
die Bandbreite zu wählen, z. B. analog, ISDN oder X.25.
Dateitransfer ist mit dem File Transfer Protocol (FTP) gegeben.
Es gehört zur Transmission Control Protocol / Internet
Protocol (TCP/IP) -Familie und ermöglicht eine schnelle
und sichere Übertragung größerer Datenmengen.
Bei diesen Vorgängen liegt eine Client-Server-Architektur
vor. Auf dem Server werden Archive bereitgestellt und der
jeweilige Client kann nach einer Anmeldung Daten transferieren.
Um beim Datentransfer nicht unbefugten Personen Zugang zu
sensiblen Daten zu geben muß zwischen die Verbindungen
über das Internet ein Sicherheitsystem, einen sogenannten
Firewall, gesetzt werden.

Abb. 2.2.2: Firewallsystem
2.3 E-Mail
– Kommunikationsmedium zwischen Unternehmen und Kunden
Wichtiges Kommunikationsmedium zwischen Unternehmen und
Kunden ist die E-Mail. Sie spielt im Prinzip in allen Realisationsebenen
eine große Rolle. Bedeutung gewinnt sie bei allen
Ebenen als Rückfragemöglichkeit. Vor allem aber
in der dritten Realisierungsebene, bei Support und Hotline,
erhält sie große Bedeutung. Hilfestellung bei
Problemen oder Unklarheiten mit Produkten können mit
der E-Mail schnell und kostengünstig geregelt werden.
Ankommende Nachrichten von Kunden werden in den entsprechenden
Mailboxen der Mitarbeiter auf dem firmeneigenen Mail-Server
gespeichert. Die Clients, also die Rechner der einzelnen
Mitarbeiter sind mit dem hauseigenen Server verbunden, bzw.
über einen Router mit dem Internet. Eine spezielle
Software, wie Eudora oder Outlook Express wird zur Bearbeitung
der E-Mails verwendet. Das Standardprotokoll zum versenden
und empfangen der Nachrichten ist das Simple Mail Transfer
Protocol (SMTP), welches mit dem TCP/IP über ein Modem
mit dem Internet verbunden ist. Abbildung 2.3.1 zeigt einen
Kommunikationsablauf mit der E-Mail.
Es existiert
eine E-Mail-Adresse nicht nur für die Firma, sondern
für jeden einzelnen Mitarbeiter, bzw. für jedes
einzelne Aufgabengebiet, wie Support, Hotline, Verkauf,
etc. Der Vorteil bei diesem System ist auch die aufgabenspezifische
Weiterleitung der Nachrichten an die entsprechende Person.
Durch die spezifisch zugewiesenen E-Mail-Adressen kann jeder
Mitarbeiter unabhängig vom geographischen Standpunkt
auch weiter mit der Firma und Kunden kommunizieren.

Abb. 2.3.1: Kommunikation
2.4 Sicherheit
im Internet und Zahlungssysteme
Um Sicherheit im Internet zu gewähren unterscheidet
man verschiedene Systeme. Zum einen ist hier der Secure
Socket Layer (SSL) zu nennen. Dieser setzt auf unterster
Ebene an und ist zuständig für die Sicherheit
bei Übertragungen mit E-Mail, Telnet und FTP. Zum anderen
gibt es das Secure Hypertext Transfer Protocol (S-HTTP).
Dieses findet Anwendung bei Verschlüsselungsmechanismen,
wobei es zur Versendung von sensiblen Daten kommt, wie beispielsweise
bei digitalen Signaturen.
Die in Unterabschnitt
2.1 genannte fünfte Stufe im Bereich Business to Consumer
erlaubt es einem Einkäufer über das WWW seine
bestellten Waren auch gleich zu bezahlen. Sicherheitsmechanismen
wie gerade beschrieben erhalten nun eine tragende Funktion.
Gegenwärtig haben sich im Internet zwei Arten von Zahlungssystemen
etabliert, die auf unterschiedliche Art und Weise die Sicherheit
beim Transfer der sensiblen Daten gewährleisten sollen.
Es handelt sich hierbei um die Secure Electronic Transactions
(SET) und Electronic-Cash (E-Cash).
Mit SET ist es
auf einfachste Art möglich Geldtransaktionen von z.
B. Kreditkarten über das Internet zu tätigen.
Bei einem Zahlungssystem, welches SET benutzt kommt es zu
einem Zusammenspiel mehrerer Personen, Institutionen und
Vorgängen, die online ablaufen. In Abbildung 2.4.1
ist ein solcher Zahlungsablauf vereinfachend und beispielhaft
dargestellt. Bei diesem Zahlungssystem kommt es zur Übermittlung
äußerst sensibler Daten, die Sicherheitsmechanismen
bei der Übertragung nötig machen. Hierbei findet
das Prinzip einer digitalen Signatur Anwendung. Dies bedeutet,
daß der Verfasser der Nachrichten einen Code an seine
Nachrichten anhängen kann, der Quelle und Integrität
einer Nachricht sicherstellt. Dies geschieht auf der Seite
des Karteninhabers, also des Bestellers wie auch auf der
Seite des Online-Shop-Inhabers.
E-Cash bietet
aufgrund seiner Anonymität gerade für den Kunden
einer Online-Mall eine interessante Variante für den
Zahlungsablauf. Ein Kunde muß sich hierbei ein E-Cash
Konto mit seinem das E-Cash-System unterstützenden
Finanzinstitut einrichten. Von dem Konto muß Geld
auf den Rechner transferiert werden. Auf diesem erhält
dann ein Kunde eine digitale Brieftasche mit digitalen Geldmünzen
und kann nun im WWW einkaufen.

Abb. 2.4.1: Zahlungsverkehr
2.5 Softwarelösungen
bei Business to Consumer Beziehungen
Die schlichteste Form der Programmiersprachen im Internet
ist das Hyper Text Markup Language (HTML). Es kann ausschließlich
statische Objekte mit schlichter Einbindung von Bildern
und Querverweisen darstellen. Erweiterungen hiervon bietet
Dynamic HTML, welches die Seite nun mit Bewegungen für
den Kunden interessanter macht, sowie Virtual Reality Markup
Language (VRML). Hiermit ist es möglich virtuelle Objekte
dreidimensional im Raum drehen zu können, wie die Produkte
einer Firma.
Weitere Programme
sind zuständig für die Realisierung technischer
Abläufe. Dazu zählen u. a. Kreditkartenabrechnung,
elektronischer Warenkorb, Datenbankintegration, Berechnung
der gekauften Ware, E-Mail-Quittierung der Bestellung etc.
Solche Vorgänge werden in Form von Common Gateway Interface
(CGI) -Scripts auf einem Server gespeichert.
Die meisten Online-Shop-Programme, wie z. B. ShopSite haben
solche Scripts und Funktionen schon vollständig integriert
und eine eigene Programmierung von CGI-Scripts, wie etwa
mit Practical Extraction and Report Language (Perl), ist
nicht erforderlich.
Optische und
interaktive Verbesserungen erzielt man durch Programme,
die durch ein vorher im Browser des Benutzers installiertes
Plug-In aktiviert werden können. Bei einem Plug-In
handelt es sich um ein Zusatzprogramm, welches nicht eigenständig
arbeitet, sondern in ein Hauptprogramm integriert werden
muß. Damit bietet es diesem Programm die Möglichkeit
zusätzliche Funktionen auszuführen, bzw. im benutzten
Browser andere Sprachen und Funktionen zu interpretieren
und darzustellen. Solche Zusatzprogramme sind z. B. JavaScript,
realVideo und –Audio, Flash, Shockwave usw.
Anwendung finden solche Zusatzprogramme sowohl bei einfachen
Internetseiten, als auch bei Shopping-Malls. Je nachdem
was ein Plug-In ermöglicht, kann man es einer unteren
wie einer oberen Realisierungsebene zuordnen.
Abb. 2.5.1: Software-Architektur
einer Online-Shop-Seite
Zur allgemeinen
Erstellung von Internetseiten und Online-Shops können
aber auch einfach zu bedienende Programme genutzt werden,
wie Microsoft Frontpage, Bare Bones Software BBEdit, Macromedia
Dreamweaver etc. Diese Programme setzen einfache wie auch
aufwendigere Business to Consumer Lösungen um. Sie
fügen damit die oben beschriebenen Programmiersprachen
und Programme zusammen und agieren als sogenannter Web-Editor
um einen Online-Shop zu gestalten; vgl. dazu Abbildung 2.5.2.

Abb. 2.5.2: Erstellung
einer Online-Shop-Seite mit Hilfsprogrammen
2.6
Fazit
- Die Architektur
eines EC-Systems bietet einem Unternehmen eine Fülle
an Möglichkeiten seine Ziele zu realisieren.
- Im Hardwarebereich
unterscheiden sich je nach Ziel des Unternehmens schlichte
bis sehr aufwendige Architektur-Schemata.
- Softwarelösungen
unterscheidet sich hingegen bis auf einige Details nicht
stark voneinander. Schon in den Standardvarianten sind
alle Funktionen integriert, welche bis zur höchsten
Realisierungsstufe notwendig sind.
3 Business
to Business
3.1 Anwendungsfelder
Bei einer Business to Business Beziehung geht es zunächst
um handelnde Unternehmen, die ihren Geschäftsdatenaustausch
auf elektronischer Ebene ausführen. Es kann aber auch
von einem Online-Shop ausgegangen werden. Dieser wird dann
erweitert um Händler und Zulieferfirmen. Die anfallenden
Geschäftsdaten der den Online-Shop betreffenden Firmen
werden über das WWW von diesen versendet. Innerhalb
des Netzwerks ist es nun den Mitarbeitern, bzw. vorrangig
den Anwendungsprogrammen der beteiligten Firmen möglich
ihre strukturierten Daten zu versenden, die von allen betroffenen
Systemen verarbeitet werden können. "Hauptziel
[ist] die automatische Weiterverarbeitung der Informationen
im Empfängersystem ohne manuelle Eingriffe der Anwender."
Genau wie bei
Business to Consumer Beziehungen werden die gleichen Architekturelemente
verwendet, um bestimmte Prozesse zu ermöglichen. Grundlegende
Bedeutung erhält hier das EC-Werkzeug Electronic Data
Interchange (EDI), der Elektronische Datenaustausch. EDI
kann als eine der Kerntechnologien angesehen werden, die
viele verschiedene Formen des EC in sich vereinen. Als EC
an sich einer Business to Business Beziehung sollte es jedoch
nicht verstanden werden. Eine Alternative zu EDI, welches
überwiegend nur für große Unternehmen einsetzbar
ist, bietet die Firma UUnet. Hierbei wird der Geschäftsdaten-austausch
über E-Mail-Systeme abgewickelt.
3.2 Geschäftsdatenübertragung
mit EDI
3.2.1 Online-Shop
in Verbindung mit EDI
Geschäftsprozesse, die aus dem Online-Shop einer Firma
resultieren, können auch automatisch weiterverarbeitet
werden und damit an betriebsinterne Anwendungsprogramme
angebunden werden. Wird also eine Bestellung eines Kunden
vom Online-Shop zum Unternehmen gesendet, so gelangt sie
zunächst zu einem Web-Server, dem ein EDI-System nachgeschaltet
ist. Der Datenaustausch erfolgt über das HTTP. Hier
werden die Daten in das Electronic Data Interchange For
Administration, Commerce and Transport (EDIFACT)-Format
konvertiert. Erst jetzt gelangen die Daten zu dem den Online-Shop
betreibenden Unternehmen. Wie schon oben beschrieben, werden
die Daten wieder über das unternehmeneigene EDI-System
in ein verwertbares Format konvertiert und in die firmeneigenen
Anwendungsprogramme importiert. Als Übermittlungssystem
der EDIFACT-Nachrichten können SMTP, FTP oder X.400
verwendet werden. Einen Überblick hierzu gibt Abbildung
3.2.2.1.
Bei einem Auftrag
eines Kunden über den Online-Shop können automatisch
auch die Datenbanken der Zweigstellen der Firma, sowie die
der Zulieferer aktualisiert werden. Über ein EDI-System
kann auch umgekehrt die Datenbank des Online-Shops in dem
Sinne aktualisiert werden, indem Informationen z. B. über
den Lagerbestand des Zulieferers direkt transferiert werden.
Es erübrigt sich eine Weitergabe der Informationen
mit manuellen Eingriffen und eine direkte Reaktion wird
möglich.
Abb. 3.2.1.1:
Vollautomatischer Internet-EDI-Workflow
3.2.2 Zahlungssystem
mit Hilfe von EDI
Genauso wie bei Business to Consumer Beziehungen bedeutet
es einen Vorteil für alle Beteiligten, wenn der Zahlungsverkehr
genau wie der Geschäftsdatenaustausch über das
Internet erfolgen kann. Man bedient sich auch hier wieder
des standardisierten Datenformates, des EDIFACT. Zu den
beiden Handel treibenden Unternehmen kommen die Finanzinstitute
hinzu. Der Zahlungsablauf beginnt mit der Bestellung des
Unternehmens A bei Unternehmen B. Letzteres bestätigt
die Bestellung und sendet eine Rechnung an A. Firma A vergibt
nun eine Zahlungsanweisung an seine Bank, die die Zahlung
im EDIFACT-Format direkt an die Bank des Unternehmen B weiterleiten
kann. Das Konto von Firma A ist nun belastet und Firma B
erhält eine Bestätigung einer Gutschrift des zu
zahlenden Betrages zu einem bestimmten Zeitpunkt auf seinem
Konto. Ist die Gutschrift schließlich erfolgt, so
erhält die empfangende Firma einen Kontoauszug mit
der Gutschrift des Betrages. Dadurch, daß es sich
auch im Zahlungsverkehr um den Austausch von strukturierten
Nachrichten handelt, bieten sich Vorteile für die Finanzbuchhaltung.

Abb. 3.2.4.1
EDI im Zahlungsverkehr
3.2.3 Alternativen
von EDI
Als Erweiterung des klassischen EDI-Systems ist die Integration
des Internet mit seinen Möglichkeiten zu nennen. Beispielsweise
kann statt dem X.400-Protokoll die E-Mail zum Datenaustausch
verwendet werden. Bislang hat sich diese Variante jedoch
noch nicht weit verbreitet. Denn erfolgt der elektronische
Datenaustausch über das transparente Internet, so bedürfen
die sensiblen Daten einer Verschlüsselung zum Schutz
vor unbefugtem Zugriff. Andererseits kann auch die Möglichkeit
des WebEDI genutzt werden. Ein Unternehmen kann so Fremdfirmen
mit geringem Transaktionsvolumen über Online-Formulare
anbinden. Kleine Zulieferer können sich auf einem eigens
eingesetzten Web-Server einwählen und Bestellungen
lesen. Über die Online-Formulare, die auf dem Web-Server
zu finden sind, kann dann der Zulieferer dem EDI verwendenden
Handelspartner z. B. Rechnungen zukommen lassen. Diese werden
vom Zulieferer online erstellt und können dann auch
vom EDI benutzenden Handelspartner automatisch weiterverarbeitet
werden.
- Business to
Business Beziehungen betreffen i. a. den Geschäftsdatenaustausch
zwischen Unternehmen. Ein Architekturschema wie im Business
to Consumer Bereich ist hier Grundlage.
- Eine Automatisierung
von Geschäftsprozessen, durch Ankopplung von betriebsinternen
Anwendungsprogrammen, soll dabei den Geschäftsdatenaustausch
erleichtern.
- EDI und seine
Ausprägungen haben sich als eine Möglichkeit
für den Geschäftsdaten-austausch bislang durchgesetzt.
- EDI ist jedoch
nur als eine Möglichkeit für die Realisierung
eines Geschäftdaten-austausches zu sehen. Einfache
Alternative hierzu ist z. B. die E-Mail.
4 Literaturhinweise
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