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Architektur eines Electronic-Commerce-Systems

Seminararbeit
am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Hannover
vorgelegt von Karima Behaj

Inhaltsverzeichnis

1
2 Business to Consumer
2.1 Ziele und Realisierungsebenen
2.2 Hardwarearchitektur
2.3 eMail - Kommunikationsmedium zwischen Unternehmen und Kunden
2.4 Sicherheit im Internet und Zahlungssysteme
2.5 Softwarelösungen bei Business to Consumer Beziehungen
2.6 Fazit
3 Business to Business
3.1 Anwendungsfelder
3.2 Geschäftsdatenübertragung mit EDI
3.2.1 Online-Shop in Verbindung mit EDI
3.2.2 Zahlungssystem mit Hilfe von EDI
3.2.3 Alternativen von EDI
3.3 Fazit
4 Literaturhinweise

 

1 Architektur eines Electronic-Commerce-Systems im Überblick
Mit Electronic Commerce wird die Existenz eines geographisch unabhängigen elektronischen Marktplatzes geschaffen, auf dem es überwiegend zum Austausch von Informationen und Aufträgen für Waren kommt. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten in Form von Online-Schulungen und Workshops sind bereits vorhanden. Ausprägungen von EC sind im wesentlichen Business to Consumer und Business to Business. Hier werden übliche Geschäftsabläufe auf eine elektronische Ebene verlagert. Geschäftsanbahnung bis hin zu Geschäftsabschlüssen können elektronisch gehandhabt werden. Auch die Ankoppelung betriebsinterner Anwendungssoftware zur Erledigung standardisierter Vorgänge ist möglich.

Die Architektur eines EC-Systems versteht sich als ein Querschnitt durch die Schichten des EC eines Unternehmens. Darunter fallen genauso EC-Anwendungen und –Werkzeuge, wie auch Telekommunikationsverbindungen und -voraussetzungen, das Internet und Mehrwert- bzw. Online Dienste.

EC-Anwendungen beziehen sich auf die Ziele, die ein Unternehmen mit einem EC-System realisieren will. Darunter fallen

Informationssysteme
Bestellsysteme
Support und Hotline
Zahlungssysteme.

EC-Werkzeuge sind das Hilfsmittel zur Erreichung der Ziele, wie

World Wide Web (WWW)
Programmiersprachen
Sicherheitssysteme
Datentransfersysteme
Electronic-Mail (E-Mail).
EDI-Systeme
Server
Firewall

Telekommunikationsverbindungen sind beispielsweise

X.25
analog
Integrated Services Digital Network (ISDN)

in Verbindung mit dem Internet, daß durch die Dienstleister erreicht wird, wie

AOL
T-Online
Compuserve.

Die Vielzahl der Instrumente mit denen sich eine Architektur eines EC-Systems erstellen läßt sind jeweils nur Möglichkeiten für eine EC-Realisierung. Eine einzige grundlegende Lösung gibt es nicht.

2 Business to Consumer

2.1 Ziele und Realisierungsebenen
In Business to Consumer Beziehungen spielen Marketing und Vertrieb eine wichtige Rolle. Erscheinungsformen reichen hier von einfachen informativen Internetseiten bis hin zu Online-Shop-Systemen und aufwendigen Shopping-Malls. Ziele solcher Online-Shops ist es den Bekanntheitsgrad einer Firma zu steigern und das Angebot möglichst in der richtigen Form dem spezifischen Publikum näher zu bringen. Um möglichst viele Kunden für sich zu gewinnen ist es dabei von Vorteil, wenn dem Kunden über eine gewöhnliche Einkaufsmöglichkeit hinaus Dienste angeboten werden können. Für den Kunden soll ein gewisser Zusatznutzen erkennbar sein, so daß das Unternehmen für ihn attraktiver wird als andere Online-Anbieter dieser Branche.

Mit fünf Realisierungsebenen kann eine Staffelung vorgenommen werden, die EC von einer simplen Internetpräsenz bis hin zu einer aufwendigen Online-Mall reichen läßt. Mit den damit auch komplexer werdenden Anwendungen werden auch die weiteren Komponenten des Architektursystems umfangreicher in Anspruch genommen. Die nachfolgende Grafik gibt einen Überblick über die Abstufung und den Umfang der einzelnen Realisierungsebenen.



Abb. 2.1.1: Realisierungsebenen von Electronic Commerce

2.2 Hardwarearchitektur
Abhängig vom Umfang der Produkte hat eine Firma mehrere Möglichkeiten ihre Business to Consumer Beziehung zu realisieren. Beispielsweise kann bei einem Provider Webspace angemietet werden. Dies kann man abstufen in Anzahl der Mega Bytes auf einer beim Provider vorhandenen Festplatte, das Einsetzen einer Festplatte in den Server des Providers oder das sogenannte Server-Homing. Bei Letzterem schließt man einen eigenen Server an die Internetanbindung des Providers an. Diese Varianten sind i. d. R. sehr kostengünstig und daher eher bei kleineren Unternehmen zu finden, die auch z. B. nur eine einfache Business to Consumer Lösung erstellen wollen. Abbildung 2.2.1 zeigt einen solchen Grundaufbau. Handelt es sich um größere Unternehmen, die umfangreiche Business to Consumer Beziehungen realisieren wollen, gibt es auch die Möglichkeit die Internetanbidung mit dem Server und der Datenbank im Unternehmen selbst zu installieren.

Um das Unternehmen im Internet zu finden, muß es über einen Uniform Resource Locator (URL) verfügen. Dieser gibt i. a. die genaue Adresse an. Dafür muß eine sogenannte Domain im Internet gemietet bzw. registriert werden. Diese Domain zeigt eindeutig den Namen im Internet.

Abb. 2.2.1: Hardwarearchitektur Grundschema

Optional muß zum Aktualisieren der Online-Shop-Datenbank auf dem Server des Providers eine Internetverbindung zur Aktualisierung mit der firmeneigenen Datenbank aufgebaut werden. Dies kann abhängig von Nachfrage und Verkehr auf der Seite ein schlichter Dial-In-Zugang darstellen oder bis hin zur Standleitung reichen. Abhängig von der Art der Verbindungen ist die Bandbreite zu wählen, z. B. analog, ISDN oder X.25. Dateitransfer ist mit dem File Transfer Protocol (FTP) gegeben. Es gehört zur Transmission Control Protocol / Internet Protocol (TCP/IP) -Familie und ermöglicht eine schnelle und sichere Übertragung größerer Datenmengen. Bei diesen Vorgängen liegt eine Client-Server-Architektur vor. Auf dem Server werden Archive bereitgestellt und der jeweilige Client kann nach einer Anmeldung Daten transferieren. Um beim Datentransfer nicht unbefugten Personen Zugang zu sensiblen Daten zu geben muß zwischen die Verbindungen über das Internet ein Sicherheitsystem, einen sogenannten Firewall, gesetzt werden.

Abb. 2.2.2: Firewallsystem

2.3 E-Mail – Kommunikationsmedium zwischen Unternehmen und Kunden
Wichtiges Kommunikationsmedium zwischen Unternehmen und Kunden ist die E-Mail. Sie spielt im Prinzip in allen Realisationsebenen eine große Rolle. Bedeutung gewinnt sie bei allen Ebenen als Rückfragemöglichkeit. Vor allem aber in der dritten Realisierungsebene, bei Support und Hotline, erhält sie große Bedeutung. Hilfestellung bei Problemen oder Unklarheiten mit Produkten können mit der E-Mail schnell und kostengünstig geregelt werden. Ankommende Nachrichten von Kunden werden in den entsprechenden Mailboxen der Mitarbeiter auf dem firmeneigenen Mail-Server gespeichert. Die Clients, also die Rechner der einzelnen Mitarbeiter sind mit dem hauseigenen Server verbunden, bzw. über einen Router mit dem Internet. Eine spezielle Software, wie Eudora oder Outlook Express wird zur Bearbeitung der E-Mails verwendet. Das Standardprotokoll zum versenden und empfangen der Nachrichten ist das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP), welches mit dem TCP/IP über ein Modem mit dem Internet verbunden ist. Abbildung 2.3.1 zeigt einen Kommunikationsablauf mit der E-Mail.

Es existiert eine E-Mail-Adresse nicht nur für die Firma, sondern für jeden einzelnen Mitarbeiter, bzw. für jedes einzelne Aufgabengebiet, wie Support, Hotline, Verkauf, etc. Der Vorteil bei diesem System ist auch die aufgabenspezifische Weiterleitung der Nachrichten an die entsprechende Person. Durch die spezifisch zugewiesenen E-Mail-Adressen kann jeder Mitarbeiter unabhängig vom geographischen Standpunkt auch weiter mit der Firma und Kunden kommunizieren.


Abb. 2.3.1: Kommunikation

2.4 Sicherheit im Internet und Zahlungssysteme
Um Sicherheit im Internet zu gewähren unterscheidet man verschiedene Systeme. Zum einen ist hier der Secure Socket Layer (SSL) zu nennen. Dieser setzt auf unterster Ebene an und ist zuständig für die Sicherheit bei Übertragungen mit E-Mail, Telnet und FTP. Zum anderen gibt es das Secure Hypertext Transfer Protocol (S-HTTP). Dieses findet Anwendung bei Verschlüsselungsmechanismen, wobei es zur Versendung von sensiblen Daten kommt, wie beispielsweise bei digitalen Signaturen.

Die in Unterabschnitt 2.1 genannte fünfte Stufe im Bereich Business to Consumer erlaubt es einem Einkäufer über das WWW seine bestellten Waren auch gleich zu bezahlen. Sicherheitsmechanismen wie gerade beschrieben erhalten nun eine tragende Funktion. Gegenwärtig haben sich im Internet zwei Arten von Zahlungssystemen etabliert, die auf unterschiedliche Art und Weise die Sicherheit beim Transfer der sensiblen Daten gewährleisten sollen. Es handelt sich hierbei um die Secure Electronic Transactions (SET) und Electronic-Cash (E-Cash).

Mit SET ist es auf einfachste Art möglich Geldtransaktionen von z. B. Kreditkarten über das Internet zu tätigen. Bei einem Zahlungssystem, welches SET benutzt kommt es zu einem Zusammenspiel mehrerer Personen, Institutionen und Vorgängen, die online ablaufen. In Abbildung 2.4.1 ist ein solcher Zahlungsablauf vereinfachend und beispielhaft dargestellt. Bei diesem Zahlungssystem kommt es zur Übermittlung äußerst sensibler Daten, die Sicherheitsmechanismen bei der Übertragung nötig machen. Hierbei findet das Prinzip einer digitalen Signatur Anwendung. Dies bedeutet, daß der Verfasser der Nachrichten einen Code an seine Nachrichten anhängen kann, der Quelle und Integrität einer Nachricht sicherstellt. Dies geschieht auf der Seite des Karteninhabers, also des Bestellers wie auch auf der Seite des Online-Shop-Inhabers.

E-Cash bietet aufgrund seiner Anonymität gerade für den Kunden einer Online-Mall eine interessante Variante für den Zahlungsablauf. Ein Kunde muß sich hierbei ein E-Cash Konto mit seinem das E-Cash-System unterstützenden Finanzinstitut einrichten. Von dem Konto muß Geld auf den Rechner transferiert werden. Auf diesem erhält dann ein Kunde eine digitale Brieftasche mit digitalen Geldmünzen und kann nun im WWW einkaufen.

Abb. 2.4.1: Zahlungsverkehr

2.5 Softwarelösungen bei Business to Consumer Beziehungen
Die schlichteste Form der Programmiersprachen im Internet ist das Hyper Text Markup Language (HTML). Es kann ausschließlich statische Objekte mit schlichter Einbindung von Bildern und Querverweisen darstellen. Erweiterungen hiervon bietet Dynamic HTML, welches die Seite nun mit Bewegungen für den Kunden interessanter macht, sowie Virtual Reality Markup Language (VRML). Hiermit ist es möglich virtuelle Objekte dreidimensional im Raum drehen zu können, wie die Produkte einer Firma.

Weitere Programme sind zuständig für die Realisierung technischer Abläufe. Dazu zählen u. a. Kreditkartenabrechnung, elektronischer Warenkorb, Datenbankintegration, Berechnung der gekauften Ware, E-Mail-Quittierung der Bestellung etc. Solche Vorgänge werden in Form von Common Gateway Interface (CGI) -Scripts auf einem Server gespeichert. Die meisten Online-Shop-Programme, wie z. B. ShopSite haben solche Scripts und Funktionen schon vollständig integriert und eine eigene Programmierung von CGI-Scripts, wie etwa mit Practical Extraction and Report Language (Perl), ist nicht erforderlich.

Optische und interaktive Verbesserungen erzielt man durch Programme, die durch ein vorher im Browser des Benutzers installiertes Plug-In aktiviert werden können. Bei einem Plug-In handelt es sich um ein Zusatzprogramm, welches nicht eigenständig arbeitet, sondern in ein Hauptprogramm integriert werden muß. Damit bietet es diesem Programm die Möglichkeit zusätzliche Funktionen auszuführen, bzw. im benutzten Browser andere Sprachen und Funktionen zu interpretieren und darzustellen. Solche Zusatzprogramme sind z. B. JavaScript, realVideo und –Audio, Flash, Shockwave usw. Anwendung finden solche Zusatzprogramme sowohl bei einfachen Internetseiten, als auch bei Shopping-Malls. Je nachdem was ein Plug-In ermöglicht, kann man es einer unteren wie einer oberen Realisierungsebene zuordnen.

Abb. 2.5.1: Software-Architektur einer Online-Shop-Seite

Zur allgemeinen Erstellung von Internetseiten und Online-Shops können aber auch einfach zu bedienende Programme genutzt werden, wie Microsoft Frontpage, Bare Bones Software BBEdit, Macromedia Dreamweaver etc. Diese Programme setzen einfache wie auch aufwendigere Business to Consumer Lösungen um. Sie fügen damit die oben beschriebenen Programmiersprachen und Programme zusammen und agieren als sogenannter Web-Editor um einen Online-Shop zu gestalten; vgl. dazu Abbildung 2.5.2.

Abb. 2.5.2: Erstellung einer Online-Shop-Seite mit Hilfsprogrammen

2.6 Fazit

  • Die Architektur eines EC-Systems bietet einem Unternehmen eine Fülle an Möglichkeiten seine Ziele zu realisieren.
  • Im Hardwarebereich unterscheiden sich je nach Ziel des Unternehmens schlichte bis sehr aufwendige Architektur-Schemata.
  • Softwarelösungen unterscheidet sich hingegen bis auf einige Details nicht stark voneinander. Schon in den Standardvarianten sind alle Funktionen integriert, welche bis zur höchsten Realisierungsstufe notwendig sind.

3 Business to Business

3.1 Anwendungsfelder
Bei einer Business to Business Beziehung geht es zunächst um handelnde Unternehmen, die ihren Geschäftsdatenaustausch auf elektronischer Ebene ausführen. Es kann aber auch von einem Online-Shop ausgegangen werden. Dieser wird dann erweitert um Händler und Zulieferfirmen. Die anfallenden Geschäftsdaten der den Online-Shop betreffenden Firmen werden über das WWW von diesen versendet. Innerhalb des Netzwerks ist es nun den Mitarbeitern, bzw. vorrangig den Anwendungsprogrammen der beteiligten Firmen möglich ihre strukturierten Daten zu versenden, die von allen betroffenen Systemen verarbeitet werden können. "Hauptziel [ist] die automatische Weiterverarbeitung der Informationen im Empfängersystem ohne manuelle Eingriffe der Anwender."

Genau wie bei Business to Consumer Beziehungen werden die gleichen Architekturelemente verwendet, um bestimmte Prozesse zu ermöglichen. Grundlegende Bedeutung erhält hier das EC-Werkzeug Electronic Data Interchange (EDI), der Elektronische Datenaustausch. EDI kann als eine der Kerntechnologien angesehen werden, die viele verschiedene Formen des EC in sich vereinen. Als EC an sich einer Business to Business Beziehung sollte es jedoch nicht verstanden werden. Eine Alternative zu EDI, welches überwiegend nur für große Unternehmen einsetzbar ist, bietet die Firma UUnet. Hierbei wird der Geschäftsdaten-austausch über E-Mail-Systeme abgewickelt.

3.2 Geschäftsdatenübertragung mit EDI

3.2.1 Online-Shop in Verbindung mit EDI
Geschäftsprozesse, die aus dem Online-Shop einer Firma resultieren, können auch automatisch weiterverarbeitet werden und damit an betriebsinterne Anwendungsprogramme angebunden werden. Wird also eine Bestellung eines Kunden vom Online-Shop zum Unternehmen gesendet, so gelangt sie zunächst zu einem Web-Server, dem ein EDI-System nachgeschaltet ist. Der Datenaustausch erfolgt über das HTTP. Hier werden die Daten in das Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport (EDIFACT)-Format konvertiert. Erst jetzt gelangen die Daten zu dem den Online-Shop betreibenden Unternehmen. Wie schon oben beschrieben, werden die Daten wieder über das unternehmeneigene EDI-System in ein verwertbares Format konvertiert und in die firmeneigenen Anwendungsprogramme importiert. Als Übermittlungssystem der EDIFACT-Nachrichten können SMTP, FTP oder X.400 verwendet werden. Einen Überblick hierzu gibt Abbildung 3.2.2.1.

Bei einem Auftrag eines Kunden über den Online-Shop können automatisch auch die Datenbanken der Zweigstellen der Firma, sowie die der Zulieferer aktualisiert werden. Über ein EDI-System kann auch umgekehrt die Datenbank des Online-Shops in dem Sinne aktualisiert werden, indem Informationen z. B. über den Lagerbestand des Zulieferers direkt transferiert werden. Es erübrigt sich eine Weitergabe der Informationen mit manuellen Eingriffen und eine direkte Reaktion wird möglich.

Abb. 3.2.1.1: Vollautomatischer Internet-EDI-Workflow

3.2.2 Zahlungssystem mit Hilfe von EDI
Genauso wie bei Business to Consumer Beziehungen bedeutet es einen Vorteil für alle Beteiligten, wenn der Zahlungsverkehr genau wie der Geschäftsdatenaustausch über das Internet erfolgen kann. Man bedient sich auch hier wieder des standardisierten Datenformates, des EDIFACT. Zu den beiden Handel treibenden Unternehmen kommen die Finanzinstitute hinzu. Der Zahlungsablauf beginnt mit der Bestellung des Unternehmens A bei Unternehmen B. Letzteres bestätigt die Bestellung und sendet eine Rechnung an A. Firma A vergibt nun eine Zahlungsanweisung an seine Bank, die die Zahlung im EDIFACT-Format direkt an die Bank des Unternehmen B weiterleiten kann. Das Konto von Firma A ist nun belastet und Firma B erhält eine Bestätigung einer Gutschrift des zu zahlenden Betrages zu einem bestimmten Zeitpunkt auf seinem Konto. Ist die Gutschrift schließlich erfolgt, so erhält die empfangende Firma einen Kontoauszug mit der Gutschrift des Betrages. Dadurch, daß es sich auch im Zahlungsverkehr um den Austausch von strukturierten Nachrichten handelt, bieten sich Vorteile für die Finanzbuchhaltung.

Abb. 3.2.4.1 EDI im Zahlungsverkehr

3.2.3 Alternativen von EDI
Als Erweiterung des klassischen EDI-Systems ist die Integration des Internet mit seinen Möglichkeiten zu nennen. Beispielsweise kann statt dem X.400-Protokoll die E-Mail zum Datenaustausch verwendet werden. Bislang hat sich diese Variante jedoch noch nicht weit verbreitet. Denn erfolgt der elektronische Datenaustausch über das transparente Internet, so bedürfen die sensiblen Daten einer Verschlüsselung zum Schutz vor unbefugtem Zugriff. Andererseits kann auch die Möglichkeit des WebEDI genutzt werden. Ein Unternehmen kann so Fremdfirmen mit geringem Transaktionsvolumen über Online-Formulare anbinden. Kleine Zulieferer können sich auf einem eigens eingesetzten Web-Server einwählen und Bestellungen lesen. Über die Online-Formulare, die auf dem Web-Server zu finden sind, kann dann der Zulieferer dem EDI verwendenden Handelspartner z. B. Rechnungen zukommen lassen. Diese werden vom Zulieferer online erstellt und können dann auch vom EDI benutzenden Handelspartner automatisch weiterverarbeitet werden.

  • Business to Business Beziehungen betreffen i. a. den Geschäftsdatenaustausch zwischen Unternehmen. Ein Architekturschema wie im Business to Consumer Bereich ist hier Grundlage.
  • Eine Automatisierung von Geschäftsprozessen, durch Ankopplung von betriebsinternen Anwendungsprogrammen, soll dabei den Geschäftsdatenaustausch erleichtern.
  • EDI und seine Ausprägungen haben sich als eine Möglichkeit für den Geschäftsdaten-austausch bislang durchgesetzt.
  • EDI ist jedoch nur als eine Möglichkeit für die Realisierung eines Geschäftdaten-austausches zu sehen. Einfache Alternative hierzu ist z. B. die E-Mail.

4 Literaturhinweise
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