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Soziale Integration Internet

Die beruflichen Anforderungen werden zunehmend komplexer. Aus dieser Vielschichtigkeit, vor allem aber auch aus der durch sie hervorgerufenen, kaum noch gegebenen Eindeutigkeit von Beziehungen, Situationen und Vergängen, kurz, aus der wachsenden Undurchschaubarkeit (sozio-)ökonomischer Vorgänge erwächst eine neue Beanspruchungskategorie: Entscheiden und Handeln unter hoher Prognose- und damit Zukunftsunsicherheit.

Das eigentliche Problem dabei ist, daß kaum etwas anderes das Lebensgefühl der Mehrzahl der Menschen so stark beeinträchtigt und sich so destabilisierend auswirkt, wie unklare Verhältnisse. Das ist auch der Grund, weshalb Unternehmensführungen eine solche Entwicklung nicht einfach ignorieren dürfen.

Nur wenige Menschen laufen unter existentieller Unsicherheit zu Hochform auf. Die Mehrzahl reagiert darauf mit Angst. Arbeiten unter den gegebenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheitsbedingungen stellt für Arbeitnehmer und -geber gleichermaßen eine Gefahr dar. Denn bleiben diese Gefühle der Verunsicherung und der Ohnmacht sich selbst überlassen, schlagen sie einen Menschen zunehmend in ihren Bann, bis sie ihn schließlich gänzlich gefangen nehmen und seine Energie und Aktivität nahezu vollständig lähmen.

Um in den sozio-ökonomischen Instabilitäten und Turbulenzen nicht die Orientierung und den Boden unter den Füßen zu verlieren, ist es deshalb für den Betrieb wie für den einzelnen wichtig, dieses gefährliche Gefühlskonglomerat unter Kontrolle zu bringen. Das Bemühen um eine informationsbetonte, integrierende und haltgebende Unternehmenskultur ist dabei auf gesamtbetrieblicher Ebene eine wichtige Maßnahme.

Die Nutzung des Internet kann die Arbeitsprozesse im Unternehmen auf den Kopf stellen. Wo früher Papiere verschickt wurden, bedient man sich heute des Mediums eMail. Während früher eine Bibliothek oder eigenes Wissen gefragt war, um an Informationen beliebiger Art zu gelangen, wird heute die Internetverbindung hergestellt und in einer der zahlreichen Suchmaschinen die gesuchte Information abgefragt. Für Preisvergleiche mußten bis vor kurzem noch Kataloge gewälzt und unzählige Telefonate geführt werden. Im Zeitalter des e-Commerce werden verschiedene Anbieter per Mausklick rund um die Uhr verfügbar.

Diese Veränderungen bringen natürlich Veränderungen im Arbeitsalltag mit sich. Alte Aufgaben fallen weg, neue entstehen. In so einem dynamischen Umfeld wird von jedem Mitarbeiter eine hohe Wandelbarkeit gefordert und das Festhalten an Traditionen oder bewährten Methoden ist weniger gefragt. Dieser Ruf nach Wandelbarkeit ist der Grund für Unsicherheit und Angst vor den neuen Medien. Eine Angst, die leider viel zu schnell und leicht in Ablehnung und Boykott mündet und auch die besten Webpräsenzen scheitern läßt.

Es ist daher von immenser Bedeutung, jeden einzelnen Mitarbeiter in den Produktionsprozess einer Internetpräsenz oder deren Integration in das Unternehmen einzubeziehen.

Führen Sie Ihre Mitarbeiter behutsam an das neue Medium heran und geben Sie jedem von ihnen die Möglichkeit, an der Produktion der Seiten mitzuwirken. Die Internetseiten werden so nicht zu einer neuen Idee der Geschäftsführung, die mal wieder über die Ansprüche der Belegschaft hinweg entscheidet, sondern können zu einem Projekt werden, das sogar eventuell existierende persönliche Barrieren überwinden kann. Wenn jeder Angestellte die Entwicklung der Webpräsenz von Anfang beobachten und sogar beeinflussen kann, lernt er, daß die Seiten keine Bedrohung für seine Arbeit darstellen. Eine (anonyme) Mitarbeiterumfrage, die z.B. die folgende Aspekte erfragt

  • Was gefällt Ihnen an den bestehenden Seiten (nicht)?
  • Was wünschen Sie sich von einer (neuen) Internetpräsenz?
  • Wie kann eine Internetpräsenz Sie bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen (Vertrieb, Kommunikation, Support, E-Commerce)
  • Wie kann ein Internetzugang Sie bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützen (Vertrieb, Kommunikation, Support, E-Commerce)
  • Möchten Sie aktiv an der Konzeptionierung und Entwicklung der neuen Präsenz teilnehmen?

hat mehrere positive Auswirkungen:

  • Die Mitarbeiter haben keine Angst mehr vor den "Neuen Medien", weil sie auf diese Weise behutsam an sie herangeführt werden. Dadurch bleibt die Produktion der Internetseiten nicht bloß eine Idee der Geschäftsführung, die auf Angestelltenebene sabotiert oder zumindest boykottiert wird.
  • Die Mitarbeiter werden aufgefordert sich über den Workflow ihrer täglichen Arbeitsprozesse Gedanken zu machen und optimieren so möglicherweise ganz nebenbei Ihre Effektivität
  • Die Mitarbeiter haben oftmals einen genaueren Einblick in die wirklichen Erfordernisse des täglichen Geschäfts und können so wertvolle Beiträge für eine erfolgreiche Präsenz beisteuern.
  • Die Mitarbeiter lernen sich frühzeitig mit den Inhalten der Webpräsenz auseinanderzusetzen. Nur wenn jeder Mitarbeiter weiß, welcher Nutzen im Netz zu finden ist, kann er privat oder im Umgang mit Geschäftspartnern und Kunden für dieses Medium werben. Ihre Mitarbeiter sind wertvolle Werbeträger, wenn sie hinter ihrem Unternehmen stehen und über die Strategien und Produkte des Unternehmens Kenntnis haben. "Wir sind jetzt auch im Internet!" ist ein nicht zu unterschätzendes Marketinginstrument. Im Umkehrschluß kann es für Mitarbeiter beschämend sein, auf die neue Homepage angesprochen zu werden, während sie noch gar nicht wissen, daß es sie gibt. Außerdem verdeutlicht der Umstand, daß nicht einmal die Mitarbeiter von der Existenz einer Internetpräsenz oder deren Inhalten Kenntnis haben, den Stellenwert dieser im Unternehmen

Beispiele zur Bekanntmachung der fertigen Webpräsenz im Unternehmen

  • Laden Sie alle Mitarbeiter zum Übergabetermin der Webpräsenz durch die Produktionsfirma ein. Eine gute Übergabe beleuchtet für den Auftraggeber noch einmal abschließend alle Aspekte der Site, ohne wesentliche Punkte auszulassen. So erfahren sowohl Sie, als auch Ihre Mitarbeiter alle Geheimnisse der Site bis hin zum Quellcode. Erfahrungsgemäß dauert die Übergabe inklusive Präsentation nicht länger als eine Stunde. Diese Übergabe läßt sich außerhalb der Arbeits- oder Dienstzeit als regelrechten Event zelebrieren. Sorgen Sie für ein kleines Rahmenprogramm.
  • Ein Aushang am "schwarzen Brett" ist obligatorisch. Hier sollten auf jeden Fall die Internet- und eMail-Adressen veröffentlicht sein. Ferner empfiehlt es sich, nochmal den Inhalt und Nutzen zu skizzieren.
  • Im Mitarbeiterjournal sollte die neue Webpräsenz eine regelmäßige Kolumne eingeräumt bekommen, in der Aktualisierungen und Events erläutert werden. Zusätzlich können Sie in dieser Kolumne spielerisch, fast unmerklich auch unbedarften Mitarbeitern das Medium Internet nahebringen.
  • Installieren Sie im Sozialraum oder einer anderen frei zugänglichen Stelle im Unternehmen einen Rechner, auf dem die Homepage ständig offline zu durchstöbern ist. So geben Sie Ihren Mitarbeitern, die keinen Zugang zu Computern im Unternehmen oder privat haben, die Gelegenheit, sich mit den Inhalten vertraut zu machen. Diese Vertrautheit wird sich dann mit Sicherheit außerhalb des Unternehmens werbewirksam bemerkbar machen.

 


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