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Die Darstellung von Inhalten auf einer Webseite
Nutzen. Übersichtlichkeit.
Schnelligkeit. So könnte man die wesentlichsten Anforderungen
an die Präsentation von Inhalten auf Webseiten zusammenfassen.
Nutzen
"Verlasse das Netz immer etwas reicher, als Du es betreten
hast". Dieses Internetsprichwort ist eine hilfreiche Maxime
bei der Konzeption der Inhalte für den Webauftritt. Zweifellos
gewinnt das Internet zunehmend an Bedeutung als Massenmedium nicht
zuletzt wegen der Emotionen und des Spaßes, die mit ihm
verknüpft sind. Jeder, der einen Internetzugang und einen
Computer mit einem HTML-Editor sein Eigen nennen kann, ist in
der Lage, seine eigene Homepage ins Netz zu stellen. Zahlreiche
Provider liefern für den nicht-kommerziellen, privaten Gebrauch
den kostenlosen Webspace dazu. Es macht auch sicherlich nicht
nur den Gestaltern der Webseiten Spaß, ihre Urlaubsfotos
und Geschichten über ihre Lieblingskatze zu veröffentlichen.
Für Kunden eines Unternehmens, die sich einen tatsächlichen
Nutzen oder Mehrwert von dem Besuch der Unternehmeswebseite
erhoffen, sind allerdings andere Maßstäbe an die publizierten
Inhalte zu stellen.
Es hat sich im Internet
nicht als erfolgreich erwiesen, auf der Homepage lediglich die
vorhandenen Prospekte oder eine Telefonnummer darzubieten. Der
Internet-User hat je nach Unternehmen eine spezifische Erwartungshaltung
an die Inhalte des Unternehmens. So sucht er möglicherweise
nach tiefergehenden Produktinformationen, die er in dem herkömmlichen
Prospektmaterial nicht finden konnte, beabsichtigt eventuell,
diese Produkte gleich online zu bestellen oder sucht nur nach
einer unkomplizierten Hilfestellung bei seinen Problemen mit diesem
oder jenem Produkt. Neben einem ansprechenden, funktionellen Design
ist es also für den Erfolg einer Seite maßgeblich entscheidend,
wieviel Nutzen sie den Besuchern bieten kann. Eine strenge Analyse
der Ziele und Stärken des Unternehmens helfen bei der Erarbeitung
dieses Mehrwerts für zukünftige Besucher und Kunden.
Ehrlichkeit
Es lassen sich im Internet wahre und unwahre Informationen finden.
Die unwahren Informationen sind entweder unredlich bewußt
veröffentlicht, um dem Betreiber der Webseite Vorteile irgendeiner
Art zu verschaffen, oder mit bestem Wissen und Gewissen des Autors
publiziert und leider trotzdem falsch. Es unterstützt die
Glaubwürdigkeit, zu allen dargestellten Informationen möglichst
Quellenverweise oder Links auf Seiten themengleichen Inhalts anzugeben.
Allerdings gilt auch hier, daß es besser ist, diese Angaben
am Ende des Textes zu machen, damit der Surfer nicht vorschnell
die Seite verläßt.
Einfachheit
Das Internet ist ein Massenmedium. Wie wir bereits an anderer
Stelle empfohlen haben, sollte ein Internetauftritt nicht ausschließlich
an Zielgruppen, sondern eher an Anforderungen ausgerichtet
werden. Dementsprechend ist ein einfacher Sprachstil einzusetzen,
der von allen Bildungs- und Bevölkerungsschichten schnell
verstanden werden kann. Eine Ausnahme bilden hier natürlich
Websites mit ganz eindeutiger Ausrichtung auf ein bestimmtes Publikum
mit ganz spezifischen Interessen und Vorbildung. Aber selbst diesem
Publikum kann einfache Sätze und somit den Inhalt einer Webseite
schneller erfassen, als verschachtelte Sätze, die so lang
sind, daß sie nicht mal auf einen Bildschirm passen. Ein
Zurückblättern ist, wie wir noch ausführen
werden, im Internet mit Unannehmlichkeiten verbunden, so daß
es der Lesbarkeit eines Artikels im Internet nicht förderlich
ist, wegen einer Unklarheit, den aktuellen Bildschirm verändern
zu müssen. Trotz der Gefahr der Redundanz sollte bei
Verweisen auf eine andere Textpassage das Wesentliche dieses Abschnittes
lieber noch einmal kurz wiederholt werden.
Übersichtlichkeit
Die Navigationsstruktur der Website entscheidet darüber,
ob sich der Besucher im Informationsdschungel verirrt, die gesuchten
Informationen nicht findet und schließlich entnervt den
Browser neu startet, oder mit wenigen Klicks an das gewünschte
Ziel gelangt, ohne dabei die Orientierung zu verlieren. Bei der
Konzeption des Internetauftrittes ist es daher nicht ratsam einzelne
Mitarbeiter mit eng abgesteckten Arbeitsbereichen einzuschränken.
Vielmehr ist es erforderlich, daß die Navigationsstruktur
eng an den konzipierten Inhalten orientiert wird. Wir empfehlen
eine Aufteilung der Inhalte in vier bis sechs Rubriken
auf der ersten Informationsebene. In jeder Rubrik kann eine Navigation
bis in die dritte tiefere Informationsebene erfolgen. So bleibt
gewährleistet, daß der Besucher eine Logik in
dem Aufbau der Seite erkennen kann.
Fast unnötig zu
erwähnen ist, daß es möglich sein sollte, von
jeder Seite mit einem einzigen Klick zurück zur Startseite
zu gelangen und mit einem ebenso einfachen weiteren Klick, Kontakt
zu dem Unternehmen aufnehmen zu können.
Bei Einarbeitung von Verweisen und Links muß eindeutig sein,
wohin diese Links führen. Der Besucher muß sich ganz
bewußt entscheiden können, ob er die mühsam gefundenen
Inhalte jetzt aufgrund eines Hyperlinks wieder verläßt.
Außerdem ist es sicherlich nicht im Sinne des Betreibers
der Webseite, einen gerade gewonnenen Besucher leichtfertig zu
verlieren, bloß weil seine Neugier aufgrund eines verlockenden,
aber nicht näher definertern Links geweckt wurde. Bei eindeutiger
Kennzeichnung der Links können diese aber die dargestellten
Informationen, in deren Rahmen sie sich befinden, unterstützen.
Es gelten für
die Publikation von Texten im Internet prinzipiell die gleichen
Regeln wie für die Typographie in gedruckten Medien.
Mehrspaltiges
Layout
Das mehrspaltige Layout in Zeitschriften dient nicht nur aus gestalterischen
Gründern , sondern wird eingesetzt, um dem Leser das Lesen
zu vereinfachen. Bis auf wenige Ausnahmen liest der Mensch
einen Text, indem er mit den Augen die Worte abfährt. Je
nach Kultur und Sprache von links nach rechts, rechts nach links
und oben nach unten. Ein Erwachsener Mensch kann dabei auf einen
Blick ein Feld mit einer maximalen Breite von 7,8 cm erfassen.
Texte, die diese Breite übersteigen, erfordern eine stärkere
Bewegung der Augenmuskeln oder gar des Kopfes. Die Aktivierung
dieser Muskelpartien wird bei längeren Texten als anstrengend
empfunden und der Leser ermüdet.
Wenig
Scrollen
Während in gedruckten Medien das Hin- und Herblättern
zwischen einzelnen Seiten mühelos und schnell getan ist,
erfordert das Zurückgreifen von Texten aus dem Internet das
Betätigen der Scrollfunktion oder das Drücken des "Zurück"-Buttons
des Browsers. Beides tun die Internet-Benutzer nicht gerne. Zum
Einen erfordert es das Bewegen des Mauszeigers über den Bildschirm,
zum Anderen kostet es wertvolle Zeit. Häufiges Blättern
innerhalb einer Site führt außerdem leichter zum Verlust
der Orientierung. Die optimale Gestaltung von Text auf
einer Webseite läßt sich gemäß dieser Erkenntnisse
folgendermaßen beschreiben :
Auf Begrüßungs-
oder Navigationsseiten sollte Text vermieden werden, der sich
über mehrere Bildschirme erstreckt. Der Einsatz der Scrolleisten
ist auf solchen Seiten tabu, denn sie sollten auf einem Bildschirm
komplett dargestellt sein.
Seiten, die dem Besucher
aufwendige Inhalte vermitteln können, dürfen
zumindest nur vertikal zu scrollen sein. In dem Moment, in dem
die horizontale Scrolleiste zum Einsatz kommen muß, wird
der Leseaufwand dermaßen groß, daß die Surfer
sich diese Mühe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
nicht machen werden. Hilfreich ist es, lange Texte zum Download
als .pdf-, .txt- und .doc-Datei bereitzstellen. Zumindest sollte
es jedoch möglich sein, den Text ohne größere
Verluste direkt aus dem Browser heraus auszudrucken. Viele ältere
Browser können Grafiken dabei nicht an den Drucker weiterleiten,
deshalb empfehlen wir, Graphiken in Texten sparsam einzusetzen.
Einheitlichkeit
Eine Website sollte von der ersten bis zur letzten Seite ein einheitliches
Layout aufweisen. Erstens ist das meistens der Implementierung
der corporate identity eines Unternehmens in die Website
zuträglich und zweitens ist der Leser nicht gezwungen, sich
bei jedem Text erneut an die Stilmittel zu gewöhnen,
sondern kann sich auf den Text konzentrieren. Um die Navigation
und die Orientierung zu erleichtern ist es natürlich
statthaft und hilfreich, die einzelnen Themen und Rubriken z.B.
durch Farben oder besondere Logos und Hintergründe
charakteristisch zu gestalten. Jedoch gilt auch hier : Weniger
ist mehr. Zuviele Farben oder Logos verwirren letztlich den Betrachter
nur. Zu einem einheitlichen Design gehört selbstverständlich,
daß auf der gesamten Site möglichst nur eine Schriftart
verwendet wird. Zum spezifischen Einfärben bestimmter Themenbereiche
können natürlich unterschiedliche Schriften eingesetzt
werden, jedoch sollte dabei beachtet werden, daß der Browser
des Internet-Surfers nur die Schriftarten darstellen kann,
die auch auf seinem System installiert sind. (Zum Kapitel Schriftarten
auf Webseiten erscheint an dieser Stelle in Kürze ein eigener
Artikel !) Relativ häufig vertreten sind Standardschriftarten
wir Times, Arial, Courier, Helvetica.
Geschwindigkeit
Aufgrund der Kosten des Surfens und vor allem wegen des Überangebotes
von Informationen im Internet gilt, daß die Inhalte möglichst
schnell erfaßbar sein müssen. Folgende Hilfestellungen
können zur Optimierung der Geschwindigkeit eingesetzt werden.
Hervorhebungen
Internet-Surfer lesen die Texte nicht wirklich durch, sondern
überfliegen sie lediglich mit ihren Augen, um möglichst
schnell an die gesuchten Informationen zu gelangen. Eine Hilfe
kann dabei sein, wichtige Schlüsselworte durch eine
andere Farbe, Invertierung, oder Fett- oder Italic-Schriftstile
hervorzuheben. Der Sinn des Textes sollte nur durch das Lesen
der hervorgehobenen Passagen noch eindeutig zu erkennen sein.
Weniger ist mehr : Ein Übermaß dieser Stilmittel hebt
die Homogenität des Textes auf.
Aufzählungen
In Aufzählungen werden definitionsgemäß Begriffe
aufgezählt. Diese Begriffe heben sich durch die Anordnung
meistens aus dem gesamten Text ab und sind so leicht zu lesen.
Literaturhinweise
Handelsblatt, Texte
auf der Homepage wichtiger als bislang gedacht, Montag, 08.03.1999
Internet professionell 3/99, S.72-74, http://www.zdnet.de
Styleguide von Sun,
http://www.sun.com/styleguide/tables/Welcome.html
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