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Über den Sinn oder Unsinn von Frames

Frames bestehen aus 2 Hauptkomponenten: Ein Frameset und den einzelnen Frames. Ein Frameset ist eine HTML-Seite, die die Anordnung und Struktur der einzelnen Frames definiert. Es werden hier die Anzahl, die Größe und die Quelldateien der einzelnen Frames festgelegt. Die Inhalte der Frameset-Datei selber werden im Browser nicht dargestellt.

Die Verwendung von Frames wird unterschiedlich bewertet, wobei die Urteile immer von der jeweiligen Perspektive oder Ansprüchen des WebDesigners abhängen.

Bei der Programmierung einer WebSite ist die Frage nach der Verwendung von Frames eine der wesentlichen Entscheidungen. Entsprechend frühzeitig sollte diese getroffen werden. Folgende Aspekte können helfen, über Sinn oder Unsinn dieser programmierten Bildschirmaufteilung für das eigene Projekt zu entscheiden.

Vorteile von Frames

  • Die klassische Anwendung für Frames ist die Einrichtung eines Frames für die Navigationselemente und eines anderen Frames für die Darstellung des Inhalts. Buttons und Links brauchen so nicht auf jeder einzelnen Seite eingefügt werden und bleiben trotzdem stets sichtbar. Größere Linksammlungen können auf diese Weise geschickt aufbereitet werden

  • Bei der Einrichtung von Bannerwerbeplätzen sind Frames von Vorteil. Das Frameset inklusive des Frames für den Banner werden einmal geladen. Alle weiteren Seiten ändern sich nun unabhängig von dem Banner-Frame, so daß dieser, genau wie die Navigationselemente, ständig sichtbar bleibt.

  • Inhalte aus Frames fremder Seiten können durch Darstellung in einem Frame der eigenen Seite problemlos integriert werden.

  • Trotz der Darstellung und Scrollen längerer Fließtexte in einem Frame (z.B. Inhalt) bleiben die Inhalte in einem anderen Frame stets sichtbar (z.B. Menü)

Nachteile von Frames

  • Obwohl sich mittlerweile Browser neuerer Generationen durchgesetzt haben, gibt es immer noch Surfer, die sich, wegen ihrer veralteten Software, keine Frames anzeigen lassen können. Für diese Internetnutzer muß daher eine Alternative innerhalb des Framesets geschaffen werden:

    <noframes><body bgcolor="#FFFFFF">
    this is the noframes content.
    </body></noframes>

  • Für jeden einzelnen Frame sind horizontale und vertikale Scrolleisten möglich. Schaltet man die Scrolleisten ab, kann es passieren, daß bei kleineren Auflösungen einige Inhalte der Frames nicht mehr sichtbar sind. Schaltet man die Scolleisten nicht ab, zerstören sie meistens das liebevoll entworfene Screendesign und schränken den knappen Platz auf einem Bildschirm noch weiter ein.

  • Bookmarks können nicht auf einzelne Seiten gesetzt werden. Das heißt eine einzelne Seite einer Internetpräsenz direkt aufzurufen oder diesen Link einem Freund zu senden ist nicht möglich. Die Benutzer müssen immer auf der Startseite einsteigen. Es sei denn, es wird für einzelne Bereich ein eigenenes Frameset definiert, was eigenständig referenziert werden kann. Hier kann es aber gerade bei umfangreichen Sites zu Redundanzen und Komplikationen in der Administration kommen: Frames müssen in allen Framesets aktualisiert werden.

  • Um eine Frame auszudrucken, muss der User bei vielen Browsern zunächst auf den zu druckenden Frame klicken, um diesen zu aktivieren.

  • Das Abspeichern von einzelnen Seiten wird durch Frames ebenfalls schwieriger. Vor allen Dingen weil viele User die rechte Maustaste nicht benutzen.

  • Suchmaschinen haben größere und kleinere Schwierigkeiten bei der Indizierung von Seiten mit Frames. Vor der Anmeldung sollten zumindest einige Einstiegsseiten auf die Indizierung optimiert werden. (Anmeldung in Suchmaschinen)

  • Es wird in der Titelleiste des Browsers nur der Titel des Framesets angezeigt, nicht die Titel der einzelnen Seiten. Dieser Umstand beraubt die Site um ein wertvolles Orientierungsmittel.

  • Die eigenen Inhalte können durch Anzeige in Frames fremder Seiten kopiert werden, ohne in dem eigenen Zusammenhang eingebettet zu bleiben. Die Darstellung des Logos und der eigenen Navigationselemente erfolgt bei der Darstellung im fremden Frame meistens nicht mehr.

  • Links auf externe Seiten müssen immer mit dem Attribut "_blank" eingerichtet werden. Wird dies vergessen, kommt es zur Darstellung eventuellen weiteren Framesets im eigenen Frame. Mit ein bißchen Pech wird so eine immer tiefere Verschachtelung erzeugt, in der sich kein Nutzer mehr zurechtfindet.

  • Die Veränderung von Inhalten in zwei Frames gleichzeitig kann nur durch die aufwendige Einbindung von Scriptsprachen, wie z.B. JavaScript realisiert werden. Eine einfache Zuweisung von Hyperlinks zu Seiten, die auch eine Veränderung der Navigationselemente beinhalten ist mit Frames nicht mehr möglich.

    Beispiel: Es hat sich im Internet etabliert, dass die aktuell aufgerufene Seite eines Internetangebotes (z.B. "Produkte") im Hauptmenü von den aktuell nicht aufgerufenen Seiten gestalterische differenziert wird, so dass der Benutzer allein durch einen Blick auf das Hauptmenü orientiert ist. Ohne diese Kennzeichnung im Hauptmenü, das der Benutzer sowieso erfassen muß, um auf der Seite zu navigieren, wird die Einrichtung eines ZUSÄTZLICHEN Orientierungselementes notwendig. Ansonsten verlieren die Benutzer schnell die Übersicht über ihren Standort im Internetangebot. Gleichzeitig gilt jedoch: Je weniger Elemente eine WebSite enthält, desto einfacher und übersichtlicher bleibt die Navigation.

  • Volltextsuchen für die eigene WebSite können dank vieler komfortabler Dienstleister ausgelagert werden. Die WebSite wird extern indiziert und das Suchergebniss dann durch den Dienstleister so dargestellt, als gehörte es zur eigenen Seite. Diese externen Dienstleister erlauben zwar die Darstellung der Suchergebnisse in einem zu bestimmenden Frame. Eine vollständig individuelle Anpassung ist aber nur unter größerem Programmieraufwand oder die Entwicklung eigener Suchmaschinen möglich.

Fazit

Werden Frames nur dazu eingesetzt, um die nachträgliche, vielleicht sogar regelmäßige Veränderung der Navigationselemente zu erleichtern, sollte die Verwendung von Frames unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Alternativen sorgfältig abgewogen werden. Es gibt zahlreiche Alternativen zur vereinfachten Administration von Menüs:

  • Beispielsweise lassen sich in einigen HTML-Editoren (Frontpage, Dreamweaver) Templates erstellen. Eine Veränderung dieser Templates würde eine Veränderung aller abhängigen Seiten nach sich ziehen.

  • Weiterhin erlauben viele Editoren den Einsatz von Libraries. Ein Menü wird erstellt. der dazugehörige Quellcode wird als Objekt in einer Bibilothek abgespeichert. Bei der Neuerstellung von Seiten braucht dieses Objekt nur an die entsprechende Stelle eingefügt werden.

  • Die Replace-Funktion vieler Editoren erlaubt die Substitution großer Abschnitte HTML-Codes, die auf alle ausgewählten Seiten angewendet werden kann.

  • Dynamisch generierte WebSites durch ColdFusion, ASP oder PHP erlauben den Zusammenbau der abgerufenen Seite on demand. In diesem Fall könnte ein Code-Abschnitt geschrieben werden, der die Menüführung enthält und der erst bei Zugriff auf die jeweilige Seite an die entsprechende Stelle eingefügt wird. Sollte sich das Menü ändern, ist nur die Modifikation dieses Quellcode-Abschnitts erforderlich, der anschließend automatisch von jeder Seite bei Abruf eingefügt wird.

  • Redaktionssysteme erlauben die Pflege und Aktualisierung von WebSites. Notwendige Dateiumbenennungen und die entsprechende Zuweisung von Hyperlinks und Menüs erledigen diese System automatisch. Redaktionssysteme rechtfertigen sich aufgrund ihres noch hohen Preises z.Zt. aber nur für professionelle Seiten mit aufwendiger redaktioneller Arbeit. (Anmerkung: infoworks entwickelt bereits ein professionelles Redaktionssytem, das es auch gänzlich HTML- oder WebDesign-Unkundigen erlaubt, in z.B. MS Word verfaßte Texte und dazugehörige Bilder mit einfachen Mausklicks auf der WebSite bereitzustellen. Die Kosten für dieses Redaktionssytem werden trotz des professionellen Funktionsumfangs attraktiv niedrig ausfallen. Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.)

Wir können kaum eine vernünftige Begründung für die Utilisation von Frames finden.


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